Stell dir das Jahresgespräch mit einer langjährigen Mitarbeiterin vor. Sie arbeitet 60 Prozent, seit Jahren, und du fragst dich insgeheim, ob sie eigentlich gerne aufstocken würde, wenn das Budget es hergäbe. In vielen NPO sitzt diese Frage unausgesprochen im Raum. Unsere Zahlen geben darauf eine überraschend klare Antwort.
In der NPO-Lohnumfrage sagen 3 von 4: Mein Pensum ist genau so, wie ich es will. Teilzeit ist in unserem Sektor nicht der Notnagel, für den sie manchmal gehalten wird, sondern eine bewusste Wahl. Die Menschen haben ihr Pensum meist nicht aus Mangel an Alternativen, sondern weil es zu ihrem Leben passt.
Für dich im HR heisst das zweierlei.
Erstens: Teilzeit ist ein Bindungsfaktor, kein Kompromiss. Wer sein Pensum als stimmig erlebt, bleibt eher. Flexible Modelle, verlässlich und ohne schlechtes Gewissen angeboten, sind darum kein Entgegenkommen, sondern ein handfestes Argument im Wettbewerb um gute Leute, gerade dort, wo die Löhne nicht mit der Privatwirtschaft mithalten.
Zweitens: Frag nach, statt zu vermuten. Die drei von vier, die zufrieden sind, sind die eine Seite. Die vierte Person, die aufstocken oder reduzieren möchte, erfährst du nur, wenn du es ansprichst. Ein kurzer Punkt im Jahresgespräch, «Passt dein Pensum noch zu deinem Leben?», kostet nichts und verhindert stille Abgänge.
Ein Wort zur Einordnung, weil mir Sauberkeit wichtig ist: Die Umfrage läuft noch, das ist ein Zwischenbild, kein Schlussstrich. Genau deshalb zählt jetzt jede Antwort. Je mehr Organisationen mitmachen, desto belastbarer werden die Zahlen, mit denen wir alle danach arbeiten, von der Lohnbandbreite bis zu den Pensen.
Die Umfrage dauert rund fünf Minuten, ist anonym und vertraulich. Sie läuft noch bis zum 13. September. Wenn du im NPO-Sektor arbeitest oder jemanden kennst, der es tut: Mach mit, und gib das Thema weiter.
Zur Umfrage: npo-lohnumfrage.kampaspace.ch